IM MOOR
Der Morgennebel im ersten Licht,
wie Geister überm Wasser schwebt,
das Flüstern des Reet und Röhricht,
den stillen Hauch des Windes verrät,
sich in dunklen Tümpeln die Nacht versteckt,
ruhende Oberfläche von Gold bedeckt,
kein Laut die Stille bricht
und Zeit entsteht.
Im Sommer bei gleißendem Licht,
heiße Luft mit Gerüchen schwer,
die Blütenpracht mit Farben besticht,
beim Wandern durchs Gräsermeer.
Die Feuchte sich im Dunkeln versteckt,
nur bei Nacht die Fühler ausstreckt,
zärtlich zum frischen Grün spricht,
wie schön eine Perle wär.
Wenn die Sonne im letzten Licht,
zwischen den gelben Blättern glitzert,
der Sturm mit seinem ganzen Gewicht,
die Schwäche der Birkenäste wittert,
unter der Macht des Windes die Binsen rollen,
dunkle Wolken über weitem Lande grollen,
der Donner durch die Stille sticht
und die Luft erzittert.
Flach über dem Horizont das Licht
und hüllt in Stille das weite Land,
beißt mit frost'gen Zähnen ins Gesicht
und greift nach Leben mit eis'ger Hand.
Tiefe Gewässer erstarrt mit Eis,
Flocken decken das Land mit weiß,
das wilde Treiben nimmt die Sicht,
mit wallendem Gewand.